Donnerstag, 10.07.25 – Adrenalin-Pegel steigt

Als ich gestern Abend schon im Zelt war, hielt ein Auto auf der Straße neben meinem Zelt an. Ein Mann stieg aus und redete laut. Ich schaute aus dem Zelt, da fing er direkt mit mir an zu reden. Es ging wohl um Nano. Ich gab ihm zu verstehen, dass ich nicht weiß, was er will. Aber er redete immer weiter und weiter…etwas aufgeregt. Ich habe verstanden, dass es wohl auch um die Esel geht, die hier ganz ganz in der Nähe sind und ab und zu rufen. Irgendwann kann ein Paar vorbeigelaufen und der Mann übersetzte. Der ältere Herr, der mich ansprach, ist der Besitzer der Esel, sind wohl Männchen, und er hat Angst, dass sie ausbrechen und Nano suchen (der sich ja auch regelmäßig bemerkbar macht) und es zum Kampf kommt. Ich kann es verstehen und das will ich ja auch nicht, aber ich war ja auf einem Campingplatz mit Erlaubnis für den Esel. Als der Esel-Besitzer dann gesagt bekommen hat, dass ich am nächsten Tag den Platz verlasse, war er dann wohl auch beruhigt.

Heute stand der Weg nach Saint-Cirgues-en-Montagne auf dem Plan….laut Navi eine Gehzeit von ca. 4 Stunden…es wurden dann mit Pausen doppelt so viel.
Heute lief es wieder überwiegend harmonisch beim Laufen ab…Nano braucht seine Freßzeiten….soll aber auch nicht ständig beim Gehen fressen….heute hatten wir sehr wenig Verweigerungen und die waren auch nicht sehr hartnäckig….an einem Gatter mit Eseln, musste ich ihn wegziehen, ich wollte keine Eskalation…ein großer Teil der Etappe führte durch schattigen Wald….bei der Hitze, die mittlerweile wieder herrscht, war ich dankbar dafür.
Dann ging es irgendwann einen schmalen Pfad im Zickzack steil bergab…und mein Adrenalin stieg….der Pfad an sich ist ja gut machbar….aber wenn man einen Esel hinter sich an der Leine hat, der ständig an einem vorbei rennen will und man nicht weiß, was einem ein paar Meter weiter erwartet und ob man mit Esel überhaupt weiter kommt, steigt die Anspannung enorm … zumindest war es bei mir so….dann zeigte mein GPS, ich bin vom Weg ab….aber das sollte daran liegen, dass ich mich ziemlich weit unten zwischen zwei Bergen befand und dies die Ortung erschwerte….das regelte sich dann wieder….Nano hat die Bergab-Passage gut gemeistert…uns kam dann ein Paar entgegen, ich fragte ob der weitere Weg Eseltauglich sei….der Mann sagte, dass wir den schwierigsten Teil gerade hinter uns haben….puh….dann kam die nächste Herausforderung… diesmal für Nano
…durch einen Windpark laufen….das war ihm nicht geheuer und er wollte am Liebsten gar nicht weiter oder durchrennen….aber er hat es tapfer gemeistert….wir kamen dann an unserem Ziel an und liefen in den Ort…ein junger Mann sprach mich an, wo ich hin wolle. Ich sagte ihm zum Campingplatz…er sagte mir, dass die Fußgängerbrücke gesperrt sei und zeigte mir einen Alternativweg….ich kam an einem Lebensmittel-Geschäft vorbei und habe gleich die Gelegenheit genutzt zum Einkaufen. Dort gab es auch Karotten…ich nahm die Hälfte von denen, die da waren und noch Kleinigkeiten für mich und bezahlte. Währenddessen schrie Nano und es herrschte kurzzeitige Verwirrung beim Personal. Dann sprach mich vermutlich die Chefin an, wegen Karotten für den Esel. Ich zeigte, dass ich gerade welche gekauft habe. Sie wollte wohl wissen, ob die Karotten für den Esel sind und hat mir gerade alle restlichen Karotten eingepackt und für Nano geschenkt 😍…und der hat vor dem Laden gleich noch welche bekommen….am Campingplatz dann angekommen, kam eine Frau aus der Anmeldung, die mir sagte, dass der Esel nicht auf den Campingplatz kann….sie sagte mir (mit Übersetzer App), wo ich mit Nano hin könne…..eine Freizeit und Picknick Wiese an einem Fluss…..ja…der Campingplatz war wirklich sehr klein und Privatgeführt….am Fluss ist es dann doch für alle viel besser….Nano hat sich abends in den Wald verzogen….findet Ihr ihn? Hatte er Angst oder war es da nicht so kalt…hmm….
#img23#

6 Gedanken zu „Donnerstag, 10.07.25 – Adrenalin-Pegel steigt“

  1. Gut, laut Google Maps sind von da nach Bingen Dietersheim 169 Stunden zu Fuß (mit dem Fahrrad 2 Tage), 733 km. Das schafft ihr ja auch noch… 🙂 Der Weg läuft durch schöne Gegenden – am Ende sogar durch Bad Münster am Stein, KH und Bretzenheim durch.
    Lasst mich wissen, wenn ich schon in BaMü seid 🙂 😀

    Mit den Karotten ist ja sehr, sehr süß! Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich auf solche Menschen treffe, die von sich aus einfach gutmütig und/oder hilfsbereit sind…ohne etwas als Gegenleistung zu erwarten, ohne einen Nutzen zu erwarten, kein Erfolg, Position oder ähnliches hinterher jagen. …so wie auch viele Tiere sind…

    1. Ja, das weiß ich auch nicht, wie Google Maps sowas berechnet. Ich glaube nicht, dass es jemand durchprobiert hat und die Erfahrungswerte ermittelt hat. Ich bräuchte mit dem Fahrrad für 733 km vermutlich ca 15 Tage. 😀 Unterwegs sind sicherlich viel zu viele Blümchen und Bienchen…

Antworte auf den Kommentar von Monika Walkling Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert